Freunde des smac e.V.

RÜCKBLICK: EXKURSION HIMMELSWEGE (18./19.9.2021)

Auf unserer diesjährigen Herbstexkursion haben wir uns am 18. und 19. September 2021 auf die Spuren der Himmelsscheibe begeben...

Nach langer Planung und pandemiebedingter Verzögerung startete am 18.09.2021 die jährliche Exkursion der Freunde des smac und der befreundeten Archäologischen Gesellschaft in Sachsen (AGiS).

Der Bus startete 06.30 Uhr in Dresden und nach einem Halt am Chemnitzer Hauptbahnhof ging es für 26 erwartungsvolle Gäste nach Sachsen Anhalt.

Nach reichlich zwei Stunden angenehmer und staufreier Fahrt erreichten wir das erste Ziel – die jungsteinzeitlich Kreisgrabenanlage am nordwestlichen Ortsrand von Goseck.
Vor circa 6900 Jahren errichtet, 1991 durch Luftbildarchäologie entdeckt, 2002 und 2004  ausgegraben und im Sommer 2005 rekonstruiert. Frau Michel als anerkannte Kennerin von Kreisgrabenanlagen führte die Gruppe, erläuterte die Anlage und widmete sich geduldig aller Nachfragen. Die Anlage wird von einigen Archäologen als das älteste Sonnenobservatorium der Welt bezeichnet. Diesen Hinweis findet man auch auf den Wegweisern wieder (sehr zum Missfallen von Frau Michel).

    

Links: Wie immer beim Besuch der Kreisgrabenanlage: Regenwetter! Tut den unterhaltsamen Ausführungen von Frau Michel aber keinen Abbruch (Foto: Gudrun Irmscher)

Rechts: Impression der Doppelpalisade von Goseck (Foto: Margit Schulz)

Ein Mittagsstopp führte ins Schloss Goseck und demonstrierte bei der sehr schmalen Einfahrt durch das Schlosstor die Fertigkeiten unseres Busfahrers. Gestärkt schloss sich eine Besichtigung der Schlosskirche des ehemaligen Benediktiner-Klosters (gegründet 1141).

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Die frisch restaurierte Schlosskirche von Goseck (Foto: Gudrun Irmscher)

Der Nachmittag führte uns an die Unstrut nach Nebra zur Besichtigung der „Arche Nebra“ sowie des Fundortes der „Himmelsscheibe“ auf der Höhe des nahegelegenen Mittelbergs. Die „Himmelsscheibe“, von Raubgräbern 1999 entdeckt, nach einer Odyssee im Jahr 2002 sichergestellt und seit 2013 im Register der Memory of the world registriert.

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Links: Der Fundort der Himmelsscheibe auf dem Mittelberg (Foto: Margit Schulz)   

Rechts: Zum Horizont blicken wie die Menschen zur Zeit der Himmelsscheibe – ein markanter Aussichtsturm unweit der Fundstelle macht es möglich (Foto: Gudrun Irmscher)

Gegen Abend erreichten wir unser Hotel direkt im Zentrum der Stadt Halle und schwärmten getrennt bei doch herbstlichen Temperaturen zum Abendessen aus.

Pünktlich am Sonntagmorgen 09.00 Uhr startete der Bus zum dritten Etappenziel, dem Ringheiligtum Pömmelte-Zackmünde. Vor etwa 4300 Jahren erbaut, Grabungsbeginn 2005 und nach der Rekonstruktion seit 2016 der Öffentlichkeit zugänglich. Ein Führer vermittelte uns die Geschichte des Standortes und stand unseren Nachfragen gern zur Verfügung. Auch bot sich die Gelegenheit nach einem kurzen Spaziergang die aktuellen Augrabungen zu sehen.

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Kompetente Wissensvermittlung in der endneolithischen Kreisrabenanlage von  Pömmelte-Zackmünde (Foto: Dr. Axel Weber)

Nach einer Mittagspause bei Würsten und Kaffee aus der Bordküche gings es zurück nach Halle in das Landesmuseum für Vorgeschichte (Bau 1911 bis 1913). Zur Freude der Reisegruppe gesellte sich die Direktorin des smac, Dr. Sabine Wolfram, dazu. Drei Stunden blieben zur Besichtigung, natürlich zunächst der Landesausstellung mit dem Original des Himmelsscheibe sowie der Dauerausstellung (Altsteinzeit bis Spätantike).

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Links: Alles im Zeichen der Sterne bei der Landesausstellung in Halle (Foto: Margit Schulze)

Rechts: Hier ist die Himmelsscheibe üblicherweise im Original zu sehen: im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Foto: Gudrun Irmscher)

Nach einer wiederum staufreien und sehr angenehmen Fahrt mit einem Zwischenstopp in Dresden erreichten wir den Hauptbahnhof Chemnitz gegen 19.30 Uhr. Vollgetankt mit Wissen und doch etwas erschöpft.

Der Dank der Gruppe geht für die inhaltliche Gestaltung in einem wohldosierten Zeitplan an Frau Michel sowie Herrn Schlosser für die perfekte Organisation.

Text: Dr. Axel Weber